Autor: Heiner Sigel

Rasende Kleinmotorräder und Autorennen mitten im Rieselfeld

Motorroller sind bei einigen Jugendlichen neuerdings wieder hipp. Mit viel Getöse und unter Missachtung von Verkehrsregeln rasen sie mit einer Geschwindigkeit von bis zu 45 km/h z. T. im Pulk durchs Rieselfeld, gerne auch auf dem Bürgersteig oder über den Maria-v.-Rudloff-Platz. Sie versammeln sich im Stadtteilpark öfters hinter den schwer einsehbaren Büschen an der Böschung am Ende der Carl-von-Ossietzky-Straße. Besonders bevorzugt wird als Rennstrecke die durch den Wohnhof führende Max-Josef-Metzgerstraße. Die ist Fußgängerzone und darf mit motorisierten Fahrzeugen überhaupt nicht befahren werden. Außerdem ist ein Kinderspielplatz dort und selbst Radler müssen Schrittgeschwindigkeit einhalten. Wussten Sie schon, …dass besonders ältere Motorroller z. T. sehr viel Feinstaub, nicht verbrannte Kohlenwasserstoffe und giftiges Benzol ausstoßen? …dass auf dem Gebrauchtmarkt sehr viele „frisierte“ und eigentlich nicht mehr straßenzulassungsfähige Modelle angeboten werden? Aber auch hochmotorisierte Sportwagen sind bisweilen unterwegs und brettern mit Vollgas und quietschenden Reifen die Rieselfeldallee rauf und runter, ohne auf die Vorfahrt der Querstraßen zu achten. Einziges Ziel ist, Mitfahrer, Bystander und Claqueure am Straßenrand, bei Damaskos und am Maria-v.-Rudloff-Platz oder jene, die auf der Mauer hocken, zu beeindrucken. Das alles ist nicht nur verboten, laut und ärgerlich, sondern hochgefährlich. Wir wollen nicht warten, bis ein schlimmer Unfall passiert. Was sagt die Polizei? Ihr ist das Problem bekannt. Sie ist aber auf Meldungen von Anwohnern angewiesen und bittet, bei derartigen Vorkommnissen sofort anzurufen, Nummernschilder zu notieren und ggf. Fotos oder Videos...

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Epidemien sind so alt wie die Menschheit, haben aber an Gefährlichkeit nichts eingebüßt

Wenn Infektionskrankheiten epidemisch auftreten, dabei Landesgrenzen überschreiten und sich weltweit verbreiten, spricht man von einer Pandemie. Eine ganz schreckliche und viele Jahrhunderte lang aktive Pandemie, die im Mittelalter und bis ins 19. Jahrhundert Millionen Menschen in vielen Ländern dahinraffte, war die Pest. Bakterien und Viren waren damals noch nicht entdeckt und deshalb war unbekannt, dass ein Bakterium – in diesem Fall Yersinia pestis – für diese tödliche Krankheit verantwortlich ist. Dass Pestkranke ansteckend sind, hatte man jedoch früh bemerkt, deshalb versuchte man, durch frühzeitige Isolation Pestkranker die Ausbreitung der Pest einzudämmen. So wurden Pestkranke vor die Tore der Stadt verbannt oder – etwas humaner – in sog. Pesthäuser bis zum Tod in Quarantäne geschickt. Heute ist die Pest besiegt. Kolumbus und seine Besatzung brachten 1492 bei der Entdeckung Amerikas scheinbar harmlose Viren, die in Europa für Erkältungskrankheiten verantwortlich waren, mit in den neu entdeckten Erdteil. Da die Indianer mit diesen Viren bis dahin noch nie in Kontakt gekommen waren und deshalb keine körpereigene Abwehr gegen sie hatten, war eine Ansteckung eine tödliche Gefahr, viele starben an deren Folgen. Klar ist: Krankheitserreger, Bakterien und vor allem Viren, können nicht selber „fliegen“. Um (auch kleine) Distanzen zu überwinden, brauchen sie ein Vehikel, mit dem sie transportiert werden. Dies kann eine Aerosolwolke von einem infizierten Menschen sein oder Kontakte bei Reisen, beim Handel und Austausch von Waren per Fahrzeug, Bahn, Flugzeug oder...

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Schneebruch und Klimawandel – wie passt das zusammen?

Obwohl  an der globalen Erderwärmung – dem Klimawandel – kein ernsthafter Wissenschaftler mehr zweifelt, erlebten wir in diesem Februar auch im Rieselfeld einen ungewöhnlichen Kälteeinbruch mit Temperaturen von teilweise sogar unter  -20 °C und starke Schneefälle mit gefährlichem Schneebruch. Wie soll man dieses Paradoxon verstehen?  Das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung liefert die Erklärung: die vom kalten  Norden kommenden Luftmassen werden auf ihrem Weg nach Süden über das viel zu warme Wasser der Nord- und Ostsee mit reichlich Feuchtigkeit gesättigt und dann gegen das Gebirge der Alpen „gedrückt“. Dadurch schneit es stark und anhaltend, und die kalte Luft sorgt für...

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Dank an die Müllabfuhr

Die Corona-Pandemie hat uns einen neuen Begriff gelehrt: systemrelevant! Wir spüren nun unmittelbar, dass die Funktionsfähigkeit von Institutionen, Kommunen oder eines ganzen Landes gerade in Krisen von der verlässlichen Arbeit vieler fleißiger Hände und kluger Köpfe abhängt. Der ÖPNV, die Polizei und Verwaltungen müssen ihren Betrieb am Laufen halten. Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäuser sind für die Gesundheit, Kaufhäuser für die Lebensmittelversorgung unabdingbar. Dies sind nur wenige Beispiele ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Bei „systemrelevant“ denkt man vermutlich nicht sogleich an die Müllabfuhr. Doch was wäre, wenn sie nicht funktionierte? Wir würden in Tonnen von Müll versinken mit der Folge einer...

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