kiosk-vorstand-2003Der Weg ist das Ziel! Dieser abgedroschene Satz, der laut google von Konfuzius stammt und daher bis an der Welt Ende Gültigkeit hat, passt auf den ersten durch Bewohner gewählten, aus Bewohnern bestehenden Vorstand des K.I.O.S.K.-Vereins.

Dieser Vorstand hat die Trägerschaft des bestehenden K.I.O.S.K. Vereins übernommen, der im Wesentlichen aus hauptamtlichen Mitarbeitern des Projekts Quartiersaufbau der Evangelischen Fachhochschule unter der Leitung des sehr engagierten Prof. Dr.
Konrad Maier, bestand. Dieser gewählte Vorstand hat in nicht ganz zwei Jahren intensivste Aufbauarbeit geleistet. Der damalige Vorsitzende Jörg Düsselberg hat das bei der Wahl des nachfolgenden Vorstands auf den Punkt gebracht, er erinnerte daran: „dass der jetzige Vorstand als Interimsvorstand, sozusagen als Übergangsvorstand, gewählt worden ist, bis die Übergabe von K.I.O.S.K. und der Kontaktstelle in den jetzigen Verein und in das Gebäude des Stadtteiltreffs erfolgt sind. In dieser Zeit waren vielfach Verhandlungen mit der Stadt, waren Planung, Organisation der Finanzen und des Personals notwendig. Nun steht der Rahmen des
Vereins K.I.O.S.K. in groben Zügen.“

Der „Weg dahin“ war mal holprig und mal glatt asphaltiert. Die beiden gleichberechtigten Vereinsvorsitzenden Gabi Sickenberg und Jörg Düsselberg haben zusammen mit der hauptamtlichen Geschäftsführerin Daniela Mauch den Löwenanteil bei dieser Pionierarbeit übernommen.

Nicht alles musste neu erfunden werden. Es gab schon Projekte und Arbeitskreise und es gab den BürgerInnenverein (BIV). Neu war, dass hier ein Konstrukt entstehen sollte – insbesondere den Stadtteiltreff betreffend – bei dem die Stadtverwaltung nicht mit-
bestimmen sollte. Gabi Sickenberg schrieb dazu:
„Bei der Frage, wer das Stadtteilzentrum übernehmen soll, gab es zwei Ideen. Eine Idee der Stadt war, das Zentrum an einen kommerziellen Betreiber zu verpachten. Eine Aussicht, die dem K.I.O.S.K. Verein nicht sympathisch war. Deshalb ergriffen sie die Initiative und beantragten mit dem neuen Vorstand, die Trägerschaft zu übernehmen. Die Stadt Freiburg hat zugesagt.“

So konnte sich der Vorstand auf den Weg machen ohne so richtig zu wissen, was auf ihn zukommt. Eine Satzung musste erstellt werden. Um die Gemeinnützigkeit zu erhalten, musste z. B. darin stehen: „Förderung der Heimatpflege und Heimatkunde sowie Erstellung und Durchführung von Veranstaltungen und Schriften, die der Heimatpflege dienen.“ Mit solchen Forderungen tut man sich schwer, wenn überall in den Baugruben Baukräne stehen. (Nur so nebenbei, inzwischen ist das Rieselfeld längst Heimat geworden.) Vom städtischen Jugend- und Sozialamt wurden dem Vorstand zwei kompetente und sachkundige Mitarbeiter, Frau Kolb und Herr Fiedler, zur Seite gestellt, die sowohl beraten, als auch ausgebremst haben, wenn der Vorstand übers Ziel hinaus geschossen ist. O-Ton von Frau Kolb: „So etwas hat es in der Bundesrepublik noch nie gegeben.“

Mit dem Bau und der Inbetriebnahme des Stadtteilzentrums war eine harte Nuss zu knacken. Aus Kostengründen war keine Unterkellerung geplant, nach intensiven Verhandlungen haben wir jedoch ein wunderschönes Untergeschoss für die Jugend und zusätzlich Abstellkammern bekommen. „Niederschwelligkeit“ war ein Zauberwort. Sollte die Kinder- und Jugendmediothek einen niederschwelligen Zugang bekommen oder der Veranstaltungssaal? Das Küchenteam hätte am liebsten alles niederschwellig gehabt. Architekten aber machen in der Regel doch, was sie wollen. Und wir können Herrn Rosenstiel nur dankbar sein, dass er alles so gemacht hat, wie es jetzt ist – das ist gut so. Danke auch für die schönen bunten Stühle im Saal.

Noch ein Wort zur Namensgebung für den Stadtteiltreff: Bei einem kleinen Tratsch mit Manuela Geugelin sagte diese: „Man könnte das Haus doch ‚Glashaus‘ nennen. Unser BIV-Vorsitzender Andreas Roessler hat das sofort aufgegriffen und jetzt ist das glashaus allseits bekannt in der Stadt. „Danke Manuela!“ Ein großes Dankeschön auch noch an Herrn Klaus Siegl, den Leiter der städtischen Projektgruppe Rieselfeld, der immer kooperativ und freundschaftlich mit den Vorständen zusammen gearbeitet hat. Ich wünsche allen Vorständen ein gutes Gelingen.

Erika Gottfroh