Ein Zwischenbericht – Alternativmodell zur Kommunalisierung der Quartiersarbeit wird erarbeitet und dem Gemeinderat vorgelegt – Stelle von Clemens Back kann ab 1. März 2017 wiederbesetzt werden

In der letzten Ausgabe der Stadtteilzeitung wurde ausführlich über die öffentliche Debatte um die Zukunft der Quartiersarbeit in Freiburg berichtet. Was ist seit Beginn der öffentlichen Diskussion im September geschehen? Der Gemeinderat hat seine für den 18. Oktober geplante Entscheidung („Kommunalisierung“ der Quartiersarbeit: ja oder nein) verschoben auf den 6. Dezember, um weitere Diskussionen zu ermöglichen und sich selbst in dieser Frage kundiger zu machen. Diese Diskussionen haben mittlerweile stattgefunden. Im Rieselfeld sprachen am 13. Oktober bei der Stadtteilkonferenz im glashaus die VertreterInnen der Vereine, Schulen, Kindergärten, Kirchen und Initiativen miteinander. Im Jugendvernetzungskreis Rieselfeld wurde Ende September beraten, welche Auswirkungen die Übernahme der Quartiersarbeit durch die Stadt haben wird.

Die freien Träger der Quartiersarbeit (K.I.O.S.K., Nachbarschaftswerk, Forum Weingarten, HdB Landwasser, JBB Brühl-Beurbarung, Forum Vauban, BewohnerIni Merzhauser Straße, Jugendhaus Hochdorf) trafen sich mehrfach zur Strategieplanung. Sie werden ein Alternativmodell zur Kommunalisierung der Quartiersarbeit erarbeiten und dem Gemeinderat vorgelegen. Am 15. November hatte der Paritätische Kreisverband Freiburg eingeladen zu einer Diskussion über die „Zukunft der Quartiersarbeit“. Mara Dehmer, Referentin für Kommunalpolitik des Paritätischen Gesamtverbandes Berlin, widmete sich dabei in einem Vortrag der „Bürgerkommune“, die die „Dienstleistungskommune“ ablösen wird. Angesichts der großen gesellschaftlichen Herausforderungen – angefangen beim demographischen Wandel, dem Zuzug neuer Bevölkerungsgruppen, dem Thema Inklusion
und Teilhabe – seien die Quartiere und die freien Träger gefordert, lösungsorientierte Strategien zu entwerfen. Die Verwaltungen von Stadt und Land ihrerseits täten gut daran, die Ressourcen der Bürgergesellschaft einzubeziehen und damit zugleich Verantwortung und Macht zu teilen. Dazu benötige es klare Strukturen und verlässliche Vereinbarungen. Viele RieselfelderInnen nahmen an der Diskussion teil, konnten Stadtverwaltung und VertreterInnen einiger freier Träger hören und sich selbst einbringen.

Nach weiteren Gesprächen der freien Träger der Quartiersarbeit mit der Stadtverwaltung und den Fraktionen am 22. November hat sich gezeigt, dass die Beratungen mehr Zeit und Raum benötigen und daher die Beratung im Gemeinderat auf 31. Januar verschoben wird. Bis dahin haben die freien Träger Zeit, ein tragfähiges Alternativ-Modell für die Gesamtstadt vorzulegen.

„Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.“ – Georg Christoph Lichtenberg

Alles wirkliche Leben bedeutet Veränderung. Manchmal sind Veränderungen nur in Nuancen sichtbar. Manchmal aber sind es auch deutliche und weitreichende Veränderungen, die unser Leben prägen. Für die Quartiersarbeit in Freiburg und im Rieselfeld stehen Veränderungen an, das jedenfalls ist in den letzten Monaten sehr deutlich geworden. Wohin die Reise geht, ist noch offen. Der Start dieser Reise war mehr als holprig. Egal, wie sich der Gemeinderat nun entscheiden wird, „eine“ Veränderung steht uns im Rieselfeld unausweichlich bevor. Ende Februar 2017 wird unser geschätzter Mitarbeiter Dr. Clemens Back nach 20 Jahren Quartiersarbeit in wohlverdiente Rente gehen. Die in der Regel geltende städtische „Wiederbesetzungssperre“ wurde in diesem Fall aufgehoben. So kann ab 1. März die Stelle von Clemens Back wiederbesetzt werden. Allerdings hat K.I.O.S.K. derzeit von der Stadt nur eine Zusage über die Finanzierung der Personalkosten bis Ende 2017. Bei der Suche nach geeigneten Personen stellt
diese Befristung für den ehrenamtlichen Vorstand und die Geschäftsführung eine große Herausforderung dar. Dieses Dilemma muss nun ausgehalten werden.

Was wird sich ändern? Wir bemühen uns im K.I.O.S.K.-Team und mit allen ehrenamtlichen Gruppen diesen Personalwechsel so reibungslos wie möglich zu bewältigen. Uns ist jedoch sehr bewusst, in welch große Stiefel die/der Nachfolger/in hineinwachsen muss – und dass dies nicht vom ersten Tag an gehen wird. Was jemand in 20 Jahren aufgebaut hat, kann nicht in ein paar Wochen übergeben werden. Seien Sie daher nicht erstaunt, wenn Sie aufgrund des Personalwechsels in den nächsten Monaten zunächst einmal vertröstet werden, wenn Sie beispielsweise wegen Veranstaltungen anfragen.

Wir hoffen, dass der/die neue MitarbeiterIn Anfang März beginnen kann. Diesen Start werden wir im Rieselfeld mit öffentlichen Präsenzzeiten im Stadtteilbüro und Begehungen im Stadtteil deutlich machen. Dann benötigt es natürlich eine Einarbeitung und die Ausrichtung auf die Handlungsziele der Quartiersarbeit im Rieselfeld. Natürlich soll auch genügend Freiraum für die Entwicklung eigener Ideen und neuer Ansätze in der Gemeinwesenarbeit bleiben.

Daniela Mauch,
Geschäftsführung K.I.O.S.K.